Genau sieben Jahre und acht Tage, nachdem ich den Bus aus Thüringen geholt hatte, war nun der große Tag gekommen.
Leicht nervös machte ich auf den Weg zur TÜV- Zentrale in Neubrandenburg. Dank seiner erstaunlichen Übersichtlichkeit hatte ich schnell ein Gefühl für den Bus entwickelt und die Anspannung legte sich nach wenigen Kilometern. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die enormen Lenkkräfte und der Umstand, daß man zum Schalten nach hinten greifen muß.
Die Untersuchengen beim TÜV selbst erwiesen sich als erstaunlich reibungslos:
Hauptuntersuchung und „H- Gutachten“ ohne Mängel bestanden!
Bald waren die Formalitäten der Ummeldung auf „H“ und der Wechsel zu einer spezialisierten Oldtimerversicherung abgeschlossen und es konnten die ersten Touren unternommen werden. Natürlich führten die zunächst nur in die Nähe, um beim Auftauchen eventueller Kinderkrankheiten selbst etwas unternehmen zu können. 5.250 kg schiebt man nicht mehr so einfach auf nen Trailer…
Tatsächlich tauchten aber keine größeren Probleme auf. Die Kardanwelle hatte eine Unwucht, die sich durch deutliches Dröhnen bemerkbar machte. Zum Glück lag noch eine im Lager und der Austausch war schnell erledigt. Leider läuft die zweite Welle auch nicht zu 100% rund, so daß eine davon zum Auswuchten zu einem Spezialbetrieb geht.
Die erste größere Fahrt führte uns dann für drei Tage nach Havelberg zum Pferdemarkt. Das ist gut 100km entfernt von hier und wir konnten die Campingeigenschaften des Buses in Ruhe ausprobieren. Einige Ausstattungsdetails, die noch fehlten, konnten wir gleich auf dem Trödelmarkt bekommen, wie z.B. die DDR- Eierbecher in Hühnerform und einige Dekoartikel.
Weil der Bus kein Einbauklo hat, griffen wir auf eine zunächst als Provisorium gedachte Lösung zurück: Ein billiges Anglerzelt, ein klappbarer Klohocker mit Halterung für Kunststoffbeutel und eine Tüte Superadsorber. Die Methode hat sich so gut bewährt, daß wir sie als Dauerlösung betrachten. Im Urlaub werden wir wohl meistens auf die Hygieneinfrastruktur von Campingplätzen zurückgreifen und wennes ein einfacher „Ställplats“ ist, kommt diese Lösung zum Tragen.
Bewährt hat sich auch der Aufwand, den ich mit dem Bett betrieben habe. Wir haben beide sehr gut geschlafen und als es einen Vormittag lang regnete, lagen wir bequem und lasen.
Inzwischen hat der Bus schon etwas mehr als 750 km Strecke gesehen. Der Durchschnittsverbrauch liegt um die 12 Liter/100km. Damit kann man bei einem so großen Auto leben, wie ich finde. Wenn der Brauchwassertank voll ist, dann bleiben uns noch stramme 1,5 Tonnen Zuladung übrig. Das hat nicht jedes Wohnmobil.
Auf jeden Fall ist nun alles bereit für die Tour nach Schweden!
Bloß beie Lärmdämmung, da muß ich nochmal bei.
Fortsetzung folgt