Lange hatte ich mich auf den Bau der Inneneinrichtung gefreut.
Bei der Planung legte ich großen Wert darauf, daß alle Einbauten unterhalb der Fensterebene blieben. So bleibt die Busoptik erhalten. Bei Vielen (auch professionellen) Wohnmobilen muß man sich zwischen deckenhohen Schränken hindurchzwängen, was ich als sehr beengend empfinde. Ich mag es hell und übersichtlich.
Die sonstige Raumaufteilung habe ich vom vorherigen Zustand übernommen: Herd gleich neben der Passagiertür, so daß der Dampf gut abziehen kann, Gegenüber eine originale Zweier- und Dreiersitzbank mit Tischplatte und hinten das Bett.
Ein großer Vorteil des Busses ist, daß ich noch mehr als 1,6 Tonnen Zuladung übrig habe und deshalb bei der Wahl des Materials für die Möbel nicht sehr zaghaft sein mußte. Für spezielle, hochfeste Leichtbaumaterialien kann man schnell sehr viel Geld versenken und ist obendrein noch oft auf spezielle Verbindungsmittel angewiesen.
Meine Wahl fiel auf 18mm beschichtete Platten aus Birke Multiplex. Das ist von der Festigkeit her über jeden Zweifel erhaben und gerät auch nicht so schnell in Schwingungen. Nachdem sich die Beschichtung der Platten als sehr belastbar erwies, verwendete ich es kurzerhand auch für den Tisch und die Arbeitsplatten.
Die Radkästen der Hinterachse ragen 18cm hoch in den Innenraum, so daß ich mich entschied, darüber jeweils einen Schrank mit zwei großen Schubladen zu setzen.
Damit diese unterwegs nicht ihren Inhalt im Bus verteilen, mußte eine Verriegelung her. Nachdem mir die kommerziell angebotenen Lösungen nicht so wirklich zusagten, weil sie entweder etwas filigran und/oder sehr teuer sind, mußte eine eigene Lösung her. Die erwies sich als ganz einfach: Einfache Türschnappschlösser aus Metall kosten keine drei Euro das Stück und sind robust. Jede Schublade bekam eines davon. Auf dem Oldiebasar Neuruppin fanden sich dann noch passende, zeitgenössische Drehgriffe, wie sie zum Beispiel beim Feuerwehr- STA/TSA verbaut sind. Die machten sich prima als Schubladengriffe. Die Schubladen rasten mit einem satten „Klack!“ ein und lassen sich durch eine Vierteldrehung am Griff öffnen.
Für den Tisch drehte ich zwei Flansche aus 15mm dicken Alu. Zusammen mit einem Stück Leitwerksträgerrohr vom Tragschrauber, das nach einer Landung mal spontan übrig war, ergab das ein robustes Stützbein. Die andere Seite des Tisches wurde mit einem Winkel an der Außenwand des Busses verschraubt.
Oberhalb dieser Stelle bastelte ich eine kleine Konsole, die die Bedienteile der Heizung und des Ladewechselrichters, sowie eine Steckdose, einen USB- Lader und den Dimmer für das Innenlicht aufnimmt. Links und rechts ist dann jeweils noch ein Getränkehalter.
Zwischen der Dreiersitzbank und dem Fahrersitz baute ich noch eine Konsole, die genau so hoch wie die Stufe vom Passagier- zum Fahrerbereich ist. Darin befindet sich eine große Schublade, die Warndreieck, Verbandszeug, Warnwesten usw. aufnimmt. In vielen Ländern ist vorgeschrieben, daß das ohne Verlassen des Fahrzeuges erreichbar sein muß. Da bot sich diese Stelle an.
Oben drauf steht die Kühl/Gefriertruhe. Für sie habe ich bewußt diese Stelle gewählt: Man kann sich vom Fahrersitz aus ein kaltes Wasser angeln und kommt ebenso gut vom Tisch aus ran. Außerdem ist sie maximal weit vom Bett entfernt. (Wobei sie sich als sehr leise erwiesen hat und auch in Bettnähe nicht stören würde.)
Aproros Bett:
Man wird nicht jünger und ordentlicher Liegekomfort ist uns beiden wichtig. Deshalb ging ich auch keine Kompromisse ein. Aus Winkeleisen wurde ein Rahmen geschweißt, der zwei verstellbare Lattenroste aufnimmt. Der Rahmen steht auf drei 35cm hohen Scharnierböcken und wird von zwei doppelt wirkenden Pneumatikzylindern gehalten. Im spannungslosen Zustand zieht der Luftdruck den Bettrahmen nach unten, wo er auf Gummipuffern aufliegt, damit während der Fahrt nichts klappert.
Wird per Schalter ein Magnetventil betätigt, klappt das Bett um ca. 60° hoch und man kommt an das darunter befindliche Staufach.
Die dicke Taschenfederkernmatratze (1,40 x 2m) hat ihr Gewicht und so geht das Ganze komplett ohne eigenen Kraftaufwand.
Jetzt standen nur noch ein paar Kleinigkeiten an der Beleuchtung usw. an und der TÜV- Termin rückte nahe.

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