Polierbock frisieren

Nachdem ja nicht nur am Bus reichlich Aluteile anfallen, die poliert werden wollen, sondern auch das eine oder andere Teil, das ich für Kunden anfertige, auf Hochglanz gebracht werden müssen, mußte eine ordentliche Poliermaschine her.

Im Lager hatte ich noch einen massiven Doppelschleifbock aus den 40ern herumzustehen, für den ich gleich mal passende 300er Polierscheiben in verschiedener Härte orderte. Der erste Test war recht ernüchternd. Das Ding hatte überhaupt keine Kraft! Also Motor duchmessen, Verkabelung prüfen: Alles in Ordnung. Hm. Mal aufschrauben. Im Inneren zeigte sich eine recht zierliche Wicklung und ein ebenso zierlicher Kurzschlussläufer. Also war der Motor tatsächlich von Hause aus so mickrig dimensioniert.

Was nun? So konnte das nicht bleiben. Selbst beim Polieren von Kleinteilen brachte man den Schleifbock spielend zum Stehen. Anderseits gefiel mir die massive Bauweise mit dem schweren Graugußfuß.

Also wurde der Motor entkernt und die Motorwelle mit einer Keilriemenscheibe versehen. Bei der Gelegenheit kamen auch gleich gekapselte Kugellager rein und die schönen, alten Staufferbuchsen wurden eingelagert. Passend zur Keilriemenscheibe bekam das Motorgehäuse ein Fenster. In den Graugußfuß habe ich mit dem Plasmaschneider eine große Öffnung zur Montage eines ordentlichem Motors geschnitten und auf der gegenüberliegenden Seite einen langen Schlitz für den Keilriemen angebracht.

Unten in den Fuß kam nun ein 2,2kW-Drehstrommotor, der auf vier 16er Gewindestäben steht, so daß man ihn damit ausrichten und den Keilriemen spannen kann.

Nachdem erste Tests vielversprechend verliefen wurde noch ein Keilriemenschutz aus Blech gekantet und das Ganze mit Hammerschlagfarbe lackiert. (Ich weiß, das “Grün” ist nicht besonders schön, aber es war gerade zur Hand 😉 )

Inzwischen habe ich schon einige Stunden mit dem Gerät gearbeitet und bin sehr zufrieden. Die Leistung ist mehr als ausreichend und der Arbeitsgeschwindigkeit setzt nur noch die Temperatur des Werkstückes Grenzen.

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