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Ein Eßtisch für den Garten

Der Auftrag war, einen Gartentisch für 6 Personen zu gestalten, der möglichst robust sein muß und das ganze Jahr über im Freien verbleiben kann.

Die Materialwahl fiel auf Stahl in Rostoptik, wobei das Design aber “weich” sein und nicht den aktuell verbreiteten kubistischen Formen folgen sollte. Aus diesem Grunde habe ich eine bereits vorgerostete Blechtafel in 2,5mm Stärke manuell in einem Radius von ca. einem Zentimeter umgekantet und anschließend mit dem Hammer so geformt, daß sie ähnlich einer Tischdecke fließt.

Obwohl die Platte dadurch bereits in sich ausreichend steif war, um darauf stehen zu können, schweißte ich an die Unterseite einen Rahmen aus 30er Winkeleisen. So besteht die Option, später noch ein Staufach oder Schubladenkästen daran zu montieren.

Die Tischbeine habe ich mit dem Plasmaschneider entlang einer vorher angefertigten Schablone ausgeschnitten und rechtwinklig abgekantet. Unten kamen noch dreieckige Plättchen als Aufstandsflächen dran. Das Ergebnis ist sehr steif und standfest.

Nachdem alle Kanten entgratet und verrundet waren habe ich noch ein Blumen- und Sternendekor in die Tischfläche eingeschliffen und teilweise galvanisch mit Kupfer beschichtet. Als Versiegelung kamen darüber noch mehrere Lagen kratzfesten Klarlackes. Das hält!

Polierbock frisieren

Nachdem ja nicht nur am Bus reichlich Aluteile anfallen, die poliert werden wollen, sondern auch das eine oder andere Teil, das ich für Kunden anfertige, auf Hochglanz gebracht werden müssen, mußte eine ordentliche Poliermaschine her.

Im Lager hatte ich noch einen massiven Doppelschleifbock aus den 40ern herumzustehen, für den ich gleich mal passende 300er Polierscheiben in verschiedener Härte orderte. Der erste Test war recht ernüchternd. Das Ding hatte überhaupt keine Kraft! Also Motor duchmessen, Verkabelung prüfen: Alles in Ordnung. Hm. Mal aufschrauben. Im Inneren zeigte sich eine recht zierliche Wicklung und ein ebenso zierlicher Kurzschlussläufer. Also war der Motor tatsächlich von Hause aus so mickrig dimensioniert.

Was nun? So konnte das nicht bleiben. Selbst beim Polieren von Kleinteilen brachte man den Schleifbock spielend zum Stehen. Anderseits gefiel mir die massive Bauweise mit dem schweren Graugußfuß.

Also wurde der Motor entkernt und die Motorwelle mit einer Keilriemenscheibe versehen. Bei der Gelegenheit kamen auch gleich gekapselte Kugellager rein und die schönen, alten Staufferbuchsen wurden eingelagert. Passend zur Keilriemenscheibe bekam das Motorgehäuse ein Fenster. In den Graugußfuß habe ich mit dem Plasmaschneider eine große Öffnung zur Montage eines ordentlichem Motors geschnitten und auf der gegenüberliegenden Seite einen langen Schlitz für den Keilriemen angebracht.

Unten in den Fuß kam nun ein 2,2kW-Drehstrommotor, der auf vier 16er Gewindestäben steht, so daß man ihn damit ausrichten und den Keilriemen spannen kann.

Nachdem erste Tests vielversprechend verliefen wurde noch ein Keilriemenschutz aus Blech gekantet und das Ganze mit Hammerschlagfarbe lackiert. (Ich weiß, das “Grün” ist nicht besonders schön, aber es war gerade zur Hand 😉 )

Inzwischen habe ich schon einige Stunden mit dem Gerät gearbeitet und bin sehr zufrieden. Die Leistung ist mehr als ausreichend und der Arbeitsgeschwindigkeit setzt nur noch die Temperatur des Werkstückes Grenzen.

Ich löte mir einen

Röhrentechnik hat es mir schon immer angetan. Das Glühen der Heizungen, der Geruch nach heißem Staub und die besondere Robustheit der Technik hat einfach was. Auf 10 Volt mehr oder weniger kommt es auch nicht an – ein Bereich, wo ein Großteil der Halbleiter sich schon in Rauch auflöst. Genau das Richtige für mich.

 

So mußte ein defektes Röhrenradio aus DDR-Zeiten als Spender des Netztrafos herhalten. Da ich gänzlich auf Halbleiter verzichten wollte und die Anschlüsse des Trafos das her gaben erfolgt die Netzgleichrichtung per EZ80. Das hat auch den weiteren Vorteil, daß es alle Röhren schont, weil natürlich die Gleichrichterröhre nach dem Einschalten ebenfalls erst einmal warm werden muß und demzufolge die Spannung im System langsam auf den Maximalwert ansteigt.

Ich entschied mich für 2 Vorstufen mit jeweils einer ECC83, welche per Schalter anwählbar sind. Der erste Kanal ist “clean” ausgelegt, der zweite so, daß er bei Zeiten zerrt.

Als Endstufenröhre dient eine EL84. Das reicht für eine Ausgangsleistung von 4 bis maximal 5 Watt, was völlig ausreicht um der gesamten Familie auf die Nerven zu fallen.

Nach einiger Planung und einigem Hin- und Herschieben der einzelnen Komponenten fertigte ich ein Chassis aus verzinktem Karosserieblech an und befestigte zunächst Netztrafo, Ausgangsübertrager, Lötleisten und Röhrensockel darauf.

Das anschließende Zusammenlöten und testen nahm viel Zeit in Anspruch, weil das ganze Konstrukt beim ersten Test immer nur sekundenweise lief und dann unhörbar leise wurde. Als Ursache stellte sich eine vergessene Masseverbindung heraus. Dann fing das Ding an, bei jeder Gelegenheit wie verrückt zu schwingen. Abhilfe schaffte hier die drastische Verkleinerung der Koppelkondensatoren. Hier und da waren dann noch kleinere Korrekturen fällig, bis das Ganze zu meiner Zufriedenheit lief.

Nun mußte ein Gehäuse her. Ich hatte noch einige Meter 20er Winkeleisen, woraus dann der Rahmen zusammengeschweißt wurde. Unten kamen uralte Porzellanisolatoren als Füße dran und die Oberseite sowie die Seiten wurden aus den Brettchen einer alten Obsthorte, welche ich nur leicht angeschliffen habe gebaut. Hinten ist ein Alugitter zur Wärmeabfuhr und als Berührungsschutz. In die Vorderseite setzte ich eine leicht angerauhte Glasscheibe aus einem Bilderrahmen ein.

Auf dem Oldiebasar in Neuruppin konnte ich vor 2 Jahren ein altes Graviergerät mit 2 Schriftsätzen ergattern, was mir sehr gute Dienste bei der Gestaltung der Frontplatte leistete.

Nun brauchte ich nur noch das alte Radiogehäuse komplett entkernen, lackieren und mit einer massiven Holzplatte als Front ausstatten. Dort hinein kam ein 30cm großer Philips- Lautsprecher aus den 60ern, der mir mal freundlicherweise geschenkt worden war. Das Ganze mit zeitgenössischem Lautsprecher- Bespannstoff neu bezogen – fertig!

Der Verstärker steht in meinem Arbeitszimmer als Übungsamp und ich habe sehr viel Saß damit.